Mein Kind und die Trotzphase - Alltagswahnsinn.

3/21/2013




Kinder im Trotzphasenalter. JUHU! Jeder der Kinder hat weiß, was das bedeutet. Nerven aus Stahl sind gefragt und das wenn möglich jeden Tag, 24 Stunden. Manche Kinder sind selbst in der Trotzphase noch sehr umgänglich und lassen sich schnell beruhigen. Oftmals muss man sie nur kurz in den Arm nehmen, darüber reden und alles ist wieder gut. Wut und Frust sind schnell wieder abgebaut.
 
Bei uns ist das nicht der Fall. Ein Wutanfall bei uns geht gerne mal ins Extreme und dauert nicht selten bis zu 30min. Hauen, schreien, auf den Boden werfen und die großen Kullertränen begleiten Jannik dabei ständig. Doch Jannik ist mit diesen extremen Trotzanfällen nicht alleine. Mehr als die Hälfte der Kinder durchlebt die Trotzphase so. Was für uns extrem erscheint, ist aber eigentlich ganz normal.
 
Jedes Kind ist unterschiedlich in seiner Entwicklung, seinen Lebensgewohnheiten und auch seinen Gefühlen. Doch die Trotzphase kommt, wirft die Kleinen aus der Bahn und das ist auch gut so. Wie alles im Leben, Müssen unsere Kinder erst lernen mit ihren Gefühlen umzugehen. Und Gefühle sind weiß Gott nicht gerade das einfachste in unserem Leben. Klar, dass vor allem Kleinkinder mit Wut und Frust überfordert sind. Vor allem dann, wenn die Verbote und Vorstellungen von uns Eltern gegen die Vorstellungen und Wünsche unserer Kinder prallt. Und im Gegensatz zu uns können Kleinkinder ihre Gefühle noch nicht kontrollieren und darüber sprechen. Verständlich also, dass es in Wut und Frust endet - und nicht selten in einem Trotzanfall. 
 
 
 
Ruhig und gelassen bleiben fällt einem nicht immer leicht. Jeder von uns kennt wahrscheinlich diesen einen entfindlichen Punkt, an dem man selber kurz vor der Verzweiflung steht. Man würde am liebsten brüllen, weinen und weg laufen. Unseren Kindern geht es genau so - gefangen in den eigenen Gefühlen, ohne sie zu verstehen.

Doch das Beste ist, ruhig zu bleiben, auch wenn es manchmal schwerfällt. Ignorieren oder gar bestrafen bringt rein gar nichts. Kleinkinder müssen lernen, ihren Gefühlen Platz zu schaffen und das geht halt nicht von heut auf morgen. Unser Verhalten als Eltern legt den Grundstein für das Sozialverhalten unserer Kinder in deren Zukunft. Bleiben wir gelassen und lassen unserem Kind den benötigten Raum für seine Gefühle, werden sie später mit ihren Gefühlen umgehen können und Frust und Stress besser bewältigen können. Natürlich ist es jetzt eine harte Geduldsprobe, doch es wird sich auszahlen, für uns und vor allem: für unser Kind!



 
 
Natürlich heißt das jetzt nicht das unser Kleinkind Narrenfreiheit hat und alles darf, was es sich in seinen kleinen Sturkopf gesetzt hat. Konsequenz ist und bleibt wichtig. Denn nur so lernen unsere Kinder sich an Regeln zu halten, die für ein Zusammenleben unverzichtbar sind.

Während eines Wutanfalls mit Jannik zu reden bringt bei uns meistens gar nichts. Im Gegenteil. Er steigert sich dadurch immer mehr rein. Mittlerweile kenne ich Janniks Wutanfälle und kann sie meistens vorher schon abwehren indem ich ihn ablenke und ihm ein anderes Angebot mache. In manchen Situationen ist das aber einfach nicht machbar. Dann gilt bei uns: Bei ihm bleiben, versuchen so gelassen zu bleiben, wie es geht und ihn aufzufangen, sobald er dazu bereit ist und ihm damit vermitteln: Du wirst trotz Wutanfall geliebt. Ist er einmal in einem Wutanfall gefangen, schreit und weint er, schlägt und pitscht uns manchmal oder versucht irgendetwas kaputt zu machen. Ich weiß, dass er es nicht böse oder persönlich meint, auch wenn es manchmal echt schwerfällt, ruhig zu bleiben. Aber auch er fühlt sich sichtlich nicht wohl in der Situation und leidet. Alles was wir jetzt tun können, ist unser Kind dabei zu begleiten und ihm zu helfen, seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen. Und Ignorieren oder gar Bestrafung ist hier definitiv der falsche Weg.
 
Nicht jedes Kind mag es dabei in den Arm genommen zu werden und braucht während eines Trotz- oder Wutanfalls auch mal Platz. Platz um zu Brüllen und sich auszutoben und einfach mal seinen Unmut raus zulassen.
 
Auf unserer Facebook Seite wurde schon fleißig über das Thema Kinder im Trotzphasenalter diskutiert. Wie ihr mit euren kleinen Sturköpfen umgeht, bleibt natürlich euch selbst überlassen. Jeder kennt sein Kind am besten und weiß, zumindest meistens, wie man sein Kind wieder beruhigt bekommt und ihm damit hilft, die Welt ein kleines Stück mehr zu verstehen. 
 
 

 
  

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5 Kommentare

  1. Schön gesagt!!! =) Das unterscheibe ich sofort! Jeder muss selber wissen,was hilft. Meine Seminarleiterin (Psychologin) hat mir während der Trotzphase meiner Tochter einen guten Tipp gegeben! Das Zimmer meiner Tochter ist ihr Reich! Wenn sie mal wieder wütet , soll ich sie in ihr Zimmer bringen/schicken. Sie soll aber merken, das es keine Bestrafung ist, darum Tür offen lassen, in der Nähe bleiben und sofort da sein, wenn sie sich beruhigt hat! Das war für uns wirklich ein wertvoller Tipp!
    Danke für deinen tollen Artikel!
    GLG Dany

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  2. Trotzphase..... EU da müssen ALLE durch!
    Um so besser wenn sie eeeeeeendlich vorbei ist..... ^^

    Aber Du hast den Text sehr schön geschrieben! <3

    Liebe Grüße, Marielle

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  3. Wirklich schön geschieben und für jede Eltern lesenswert. Wir durchleben auch gerade diese Phase, diese ist anstrengend und bereichernd zugleich. Gerade wenn man noch ein Baby zu dem Trotzkind hat kommt man oft an seine Grenzen. Aber es ist richtig das sie diese Phase durchleben - sie sollen Selbstbewuste kleine Menschen werden und diese Phase ist der erste Schritt dazu. Auch ich lerne mich daruch kennen - versuche "Kreativ" zu reagieren, manchmal muss man tief in der Überedungskiste kramen oder einfach nur da sein. Aber ich bin auch froh wenn wir bald wieder eine TrotzphasenPause habe. Ich wünsche euch viel Kraft dafür
    mit Gruß von mir
    http://koboldtdesign.blogspot.de/

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  4. Der Text ist wirklich toll geschrieben, bin wirklich gespannt was da noch alles auf uns zu kommt.

    Liebe Grüße
    Sina

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  5. Das hast du wirklich schön und liebevoll zusammen gefasst! Unser Großer wird im August zwei Jahre alt, ich bin gespannt wann es bei ihm los geht und wie sich das dann äußert. So ist es vielleicht ganz gut, dass er, jetzt wo sein Brüderchen gerade zur Welt gekommen ist, erst 1 1/2 und damit meistens noch gaaaaaaanz süß und lieb, wenn auch vielleicht nicht so verständig ist. :)

    Bei Zeiten werde ich sicherlich auf diesen Blogeintrag zurück kommen, er ist jedenfalls markiert. =)

    Liebe Grüße
    Isa

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